Sandschak-Kräher - SV zur Erhaltung asiatischer Langkräherrassen

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Rassen
Sandschack-Kräher

Allgemeines
Der Sandschak Kräher ist eine alte Haushuhnrasse aus dem Sandschak (Region in Serbien und Montenegro) und Metochien (Region im Kosovo). Obwohl die Entstehung wie bei vielen alten Rassen unklar ist, gelten als Ursprungsrassen der Bosnischer Kräher, welcher auch als direkter Vorfahre der Bergischer Kräher gesehen wird und auch der Kosovo-Kräher. Erste Hinweise auf die Existenz von Langkrähern im Balkanraum finden sich in den Überlieferungen zur Entstehung der Bergischen Kräher. Danach sollen deren Vorfahren im Mittelalter von dort aus ins Bergische Land verbracht worden sein. Eng verwandt dürfte diese Rasse auch mit dem benachbarten Kosovo-Kräher sein, welcher sogar der kleinere Vetter zu sein scheint, der sich jedoch sowohl im Aussehen als auch im Krähverhalten signifikant unterscheidet. Der Körper des Sandschak Krähers erinnert sehr stark an die Bosnischen Kräher, welche man in der Türkei auch als Berat kennt, der Kopf der Sandschak Kräher ähnelt sehr stark dem des Kosovo Krähers. Mit dem türkischen Denizlikräher scheint zumindest keine nahe Verwandtschaft vorzuliegen, da Kreuzungsversuche ergeben haben, dass das ausgedehnte Krähverhalten dieser zwei Langkräherrassen nicht kompatibel ist, jedoch ist nicht auszuschließen, dass die Denizli die Ursprungsrasse aller Langkräherrassen des Balkan gelten, welche sich nach Jahrhunderten in verschiedene Rassen ausdifferenziert haben. Aber auch die Sandschak Kräher scheinen mehrere Hundert Jahre alt zu sein, wie alte Gemälde aus dem osmanischen Reich beweisen.  Als Langkräher und gutes Zweinutzungshuhn, wird der Sandschak Kräher als Zweinutzungsrasse wohl schon seit Jahrhunderten  als autochthones Nutztier auf dem Balkan gehalten. Der ausgedehnte Krähruf des Hahnes zählt neben dem markanten und imposanten Erscheinungsbild zu den wichtigsten Erkennungsmekrmalen dieser Rasse, welche bis vor Kurzem außerhalb ihres Ursprungsgebietes noch fast unbekannt war, da sie dort nur in kleinen und sehr geschlossenen Wirtschaftsräumen gehalten wurde. Wegen seines außergewöhnlichen Krähverhaltens erfreut sich diese Rasse als Exot mittlerweile auch in der EU immer größerer Beliebtheit.

Herkunftsgebiet und Verbreitung
Als Ursprungsgebiet zählt der Sandschak (Region in Serbien und in Montenegro) und die westlichen Teilen des Kosovo (Metochien), welche heute direkt an den Sandschak grenzt und früher auch verwaltungstechnisch als Sandschak bezeichnet wurde. Seit 2015 gibt es auch eine beachtliche Population in Österreich, wo man sich auch um eine Anerkennung der Rasse bemüht, sowohl beim RÖK - Rassezuchtverband österreichischer Kleintierzüchter als auch beim EE - europäischer Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen-, und Caviazucht .

Gefährdung
Die Rasse ist im Sandschak und Kosovo relativ weit verbreitet und zählt dort sicherlich mehrere Tausend Exemplare, da sie von hunderten ortsansässigen Züchtern, teilweise über mehrere Generationen gehalten wird, ansonsten ist sie aber noch weitestgehend unbekannt.

Andere (lokale) Namen und Namensgebung
Da diese Rasse aus einer multiethnischen und länderübergreifenden Region nämlich dem Sandschak stammt, wird sie auch auch rogaš, bošnjak, boshnjak, pulat boshnjakë, këngëtar boshnjake oder pulat dukagjinit genannt, was soviel bedeutet wie gehörntes Huhn, Bosniaken Huhn bosniakisches Huhn oder Huhn aus Dukagjin Metochien.

Auftreten und Aüßeres
Die Sandschak Kräher sind stolze, majestätische Tiere, bei welcher der Hahn einen aufrechteren Stand hat als die Henne. Sie zeichnen sich durch eine gut ausgebildete Federhaube aus, welche meist leicht nach vorne geneigt ist. Ein Kamm fehlt dieser Rasse entweder zur Gänze oder ist als Napfkamm oder V-förmig angeordneten Hörnerkamm entwickelt. Es handelt sich beim Sandschak Kräher um eine Großrasse.

Eigenschaften
Hähne dieser Rasse sind oft aggressiv, kampfeslustig und bewachen ihre Hühnerschar sehr gut, sogar gegen Angriffe von Habicht und Bussard, ja sogar Adler. Die Hennen haben einen ausgeprägten Bruttrieb und sind gute, äußerst wehrhafte Glucken.  Sandschak Kräher sind eine sehr lebhafte und äußerst wetterharte Rasse, zudem sind sie gute Futtersucher. Neben dem imposanten Äußeren ist für diese Rasse das Krähverhalten signifikant. Es is ein langgezogenes, kräftiges und lautes Krähen, welches zwischen 10 und 30 Sekunden liegen kann.

Küken
Bereits bei den Küken ist eine Erhöhung und Wölbung der Schädeldecke (Protuberanz) und eine angehende Haube gut zu erkennen. Sie werden mit 6 bis 8 Monaten geschlechtsreif, was für eine große Rasse beachtlich ist. In dieser Phase beginnen die Junghähne mit dem Krähen und die Junghennen mit dem Eierlegen.

Unterscheidungsmerkmale zwischen Sandschak Kräher und Kosovo Kräher
Diese zwei miteinander verwandten Rassen haben einige signifikante Unterschiede:
  • Größe: Sandschak Kräher sind wesentlich größer und schwerer als die Kosovo Kräher.
  • Körperbau: Sandschak Kräher sind massiver, langgestreckter und höher gebaut als Kosovo Kräher.
  • Krähruf: Sandschak Kräher haben ein melodisches, klares, lautes Krähen, welches zwischen 10 und 30 Sekunden liegt, während Kosovo Kräher ein krächzendes, knatterndes, leises Krähen haben, welches zwischen 30 und 60 Sekunden lang sein kann.

Bericht: Kurtagic, November 2019

Sandschack-Kräher

Rassemerkmale
Biometrische Daten
  • Gewicht Hahn: 4-5 kg
  • Gewicht Henne 2-3 kg
  • Legeleistung: 160-180 Eier/Jahr
  • Eigewicht: 55-65 g
  • Eifarbe: weißlich bis reinweiß
  • Ringgröße Hahn: 22 mm
  • Ringgröße Henne: 20 mm

Typische äußerliche Rassecharakteristika
  • Haube: gut entwickelt, meist schräg nach vorne gerichtet
  • Kamm: von Napfkamm bis V-förmig angeordneten Hörnerkamm
  • Kopf: groß
  • Augen: groß, dunkel, von rot-orange braun umrandet bis gänzlich schwarz
  • Ohren: mittelgroß, rund, mit Federchen in Gefiederfarbe überzogen
  • Ohrlappen: länglich, schmal, rot
  • Gesicht: rot
  • Schnabel: stark, leicht gebogen, mit oft stark gewölbten Nasenlöchern und kräftigem Nasensattel, hellgrau bis blauschwarz
  • Kehllappen: mittellang bis lang, rot
  • Hals: lang und kräftig, leicht nach vorne geneigt, mit vollem Behang
  • Rumpf: mittellang, breit, kräftig, muskulös
  • Schultern: breit, hervortretend, leicht angehoben
  • Rücken: mittellang, zum Schwanzansatz abgesenkt
  • Sattel: breit, mit vollem Behang
  • Flügel: hoch angesetzt, fest am Körper anliegend
  • Schwanz: hoch getragen, häufig sogar über den rechten Winkel zum Rücken gesehen, mittellange bis lange Haupt- und Nebensicheln
  • Brust: voll, stark, breit, ausgewölbt gerundet, angehoben getragen
  • Bauch: gut entwickelt und ausgeprägt
  • Schenkel: kräftig, mittellang bis lang
  • Haltung: ziemlich hohe, aufgerichtete Haltung
  • Stand: breit, stabil
  • Läufe: kräftig, mittellang bis lang, hellgrau bis blauschwarz
  • Zehen: fest aufgesetzt, gut gespreizt
  • Krallen: hellhorn- bis hornfarbig
  • Gefieder: gut anliegend
  • Farbschläge: schwarz, weiß, goldbraun, schwarz-weiß gescheckt, schwarz goldbraun, seltener auch in schwarz silberbraun, goldhasig, silberhalsig, gold oder silber gesprenkelt, blau, blau gesäumt, porzellan, rotbunt

Grobe Fehler der Rassemerkmale
Von den rassetypischen Maßen abweichende Größe, Körpermaße und Gewicht wie:
  • gelber Schnabel
  • gelbe Augen
  • olivgrüne oder gelbe Läufe
  • schmächtiger Körperbau
  • flache Schwanzhaltung
  • tiefer Stand beim Hahn

Unterschied Hahn/Henne
Die Henne ist meist weniger aufgerichtet in der Körperhaltung als der Hahn, etwas waagrechter gebaut und hat häufig eine stärker ausgeprägte Haube als der Hahn.

Bericht: Kurtagic, November 2019
Letzte Änderung: 29.11.2019
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